Competence Center für Digitale Medien GmbH
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Soziale Netzwerke für Unternehmen im Überblick
Luckenwalde: Zum Social-Media-Workshop hatte das RegionalCenter der Industrie- und Handelskammer Potsdam gemeinsam mit Wirtschaftsjunioren Teltow-Fläming und eComm Brandenburg eingeladen. Das Thema „Facebook, Google+ & Co” lockte über 40 Teilnehmer an, so dass der Seminarraum in der ehemaligen Luckenwalder Remise komplett ausgelastet war.
Als Referentin wurde PR-Beraterin Martina Müller vom Competence Center für Digitale Medien GmbH (CCDM) in Potsdam gewonnen. Bevor sie die verschiedenen Netzwerke detailliert vorstellte, fragte sie das Publikum selbst nach bereits vorhandenen Profilen ab. Während relativ viele der Anwesenden einen Facebook-Account besitzen, einige bei Twitter und bei XING aktiv sind, gab es keine Mitgliedschaft beim international ausgerichteten LinkedIn.
Nur ein Teilnehmer war bisher beim in der Beta-Phase befindlichen Google+ vernetzt, das als ernst zu nehmende Konkurrenz für Facebook (FB) gehandelt wird. Das widerspiegelt auch die deutschlandweiten Zahlen, mit 16 Millionen Nutzern schlägt Facebook alle Anderen um Längen. Rückläufig sind die vor allem bei Jüngeren bekannten VZ-Netzwerke. Weltweit sind etwa 945 Millionen Menschen über die verschiedenen Netze miteinander verbunden.
Das beantwortet zum Teil schon die Frage für ein Unternehmen: „Brauche ich Social Media überhaupt?“ Sicher spielt hier die gewünschte Zielgruppe eine Rolle, doch neben den „Digital Natives“, die mit dem Internet aufgewachsen sind und ständig per FB kommunizieren, gibt es auch die bei Twitter stark vertretenen über 55-jährigen. Social Media kann Erfolg durch Synergieeffekte bringen, die Integration in Blogs oder Websites ist einfach. Durch den Dialog mit Kunden bekommen Unternehmen Authentizität und ein persönliches Gesicht. „Es menschelt“, wie Martina Müller es ausdrückt.
Klassenprimus Facebook hat es vorgemacht, per mobiler App ist es immer und überall nutzbar, Benachrichtigungen kommen prompt. Verschiedene nützliche Funktionen sind verknüpfbar, beispielsweise das GPS-basierte Foursquare, mit dem sich lokale Angebote auf dem Smartphone abrufen lassen. Firmenprofile sind stets mit einem privaten Account verbunden. Unternehmensseiten lassen sich jedoch nur bedingt frei gestalten, und der größte Haken ist, das alle verfügbaren Informationen nur Facebook gehören. Weder News noch Freunde und Fans lassen sich extern einfach speichern.
Genau hier geht das neue Angebot Google+ einen anderen Weg. Der eigentliche Aufbau ist ähnlich, statt der Pinnwand gibt es hier den Stream. Statt einer langen indifferenten Freundesliste gibt es hier so genannte Circles, also thematische Kreise wie Familie, Bekannte oder berufliche Kontakte (ähnlich wie beim privaten Netzwerk Stayfriends). Alle Inhalte sind speicherbar. Innerhalb eines Monats seit dem Start Ende Juni hatte Google+ weltweit bereits 25 Millionen Nutzer (zum Vergleich Facebook 60 Millionen), und das obwohl man derzeit nur auf Einladung von Mitgliedern Zutritt hat. Ab Ende August sollen auch Businessprofile veröffentlicht werden. Auch hier lassen sich Funktionen einbinden, so der konferenzfähige Videodienst Hangout oder Googles Bilderdienst Picasa. Man darf gespannt sein, wie sich die beiden Wettbewerber entwickeln.
Es folgten Kurzportraits des Mikroblogging-Dienstes Twitter (mit weltweit 106 Millionen Nutzern und 640 Tweets pro Sekunde, bei dem Retweets - also das Weitersagen – wichtig sind), des im deutschsprachigen Raum verbreiteten Businessnetzwerks XING (mit 4,3 Millionen Mitgliedern und Gruppenfunktionalität) und der Enzyklopädie Wikipedia (mit gesellschaftlich relevanten Themen und hoher Suchmaschinenpräsenz). Youtube, Flickr und Slideshare bildeten den Abschluss.
In Unternehmen ist die richtige Strategie für die sozialen Netzwerke wichtig, betonte Martina Müller. Nach der Wahl der geeigneten Plattformen folgt zunächst das Beobachten und die Suche nach geeigneten Multiplikatoren, bevor man sich aktiv in die Diskussionen einmischt. Inhalte, Zeitbudget und rechtliche Aspekte sollten in einer Social Media Policy festgelegt werden, in manchen Firmen ist diese schon Bestandteil des Arbeitsvertrages.
Auch in der anschließenden kontroversen Diskussion drehte sich alles um Nutzen, Zeitaufwand und Datenschutz der sozialen Netzwerke. Wer mehr Informationsbedarf hat, kann beispielsweise bei CCDM an einem geförderten Social Media Coaching teilnehmen.
Infos im Web:
www.potsdam.ihk24.de www.wjtf.de www.ccdm.de
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9.8.2011
Text + Bild: Gerald Bornschein, Diplom-Designer
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